Ohne Ausweg

                 
 
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Vor vier Jahren wurde Damon Thomas wegen Mordes an seiner ehemaligen Geliebten verurteilt. Doch Damon ist unschuldig. Während eines Gefangenentransports gelingt ihm die Flucht, und er will diese Chance nutzen, um Bellas wahren Mörder zu finden. Dabei ist er nicht allein: Auch die FBI-Agentin Valerie Hayes, der er bereits während seiner Flucht begegnet ist, ermittelt in dem Fall. Aber Valerie weckt mit ihren Nachforschungen schlafende Hunde, und schon bald sind sie und Damon in großer Gefahr.


     Leseprobe         

Prolog


Feuchtigkeit drang an seine Haut, ein seltsamer Geruch hing in der Luft. Allmählich kehrte sein Bewusstsein zurück, aber es dauerte noch einige Zeit, bis Damon Thomas es schaffte, die Augen zu öffnen. Dunkelheit umgab ihn, seine Umgebung war nur schemenhaft zu erkennen. Unruhe breitete sich in ihm aus. Wo war er? Was war geschehen? Seine Hand bewegte sich langsam über Stoff. Auch hier stieß Damon auf etwas Feuchtes. Rasch zog er die Finger weg und drehte sich in die andere Richtung. Anscheinend lag er in einem Bett. Sein Kopf schmerzte höllisch, er konnte ihn kaum heben. Hatte er abends zu viel getrunken? Nein, das fühlte sich anders an. Außerdem konnte er sich nicht erinnern, überhaupt etwas getrunken zu haben.
    Mühsam hob Damon den Arm und tastete nach dem Nachttisch. Es schien unendlich lange zu dauern, bis seine Finger schließlich auf eine glatte Oberfläche trafen. Nach einigem Tasten fand er einen Lichtschalter und betätigte ihn. Das grelle Licht der Nachttischlampe stach ihm schmerzhaft in die Augen, und er kniff sie zu. Als der Schmerz ein wenig nachließ, öffnete er sie vorsichtig wieder und blickte sich im Raum um. Zuerst war ihm das Zimmer fremd, doch dann fiel ihm alles wieder ein. Er war in Bellas Apartment, und irgendjemand hatte ihn niedergeschlagen! War der Täter noch hier? Bei dem Gedanken sträubten sich ihm die Nackenhaare.
    Ruckartig setzte Damon sich auf. Schwindel breitete sich in seinem Kopf aus, und es kostete ihn einige Mühe, nicht wieder in die Kissen zurückzufallen. Vorsichtig stand er auf und stützte sich an der Wand ab, während er darauf wartete, dass sein Verstand sich klärte und er sicherer auf den Füßen stand. Langsam drehte er den Kopf und erstarrte.
    Bella lag ebenfalls im Bett, ihre langen blonden Haare waren über das Kopfkissen ausgebreitet. Im ersten Moment dachte Damon, sie würde nur schlafen, doch dann sah er die dunklen Flecken auf dem Laken. Oh Gott, Bella! Damon machte einen Schritt auf sie zu und stoppte dann. Furcht breitete sich in ihm aus, als ihm bewusst wurde, dass es sich um Blut handelte. Viel Blut. Es hatte sich über Laken, Bettdecke und Kopfkissen verteilt. Die Erinnerung daran, dass er in etwas Feuchtes gefasst hatte, ließ Damon die Hand zurückreißen. An der hellen Wand prangte ein dunkler Abdruck. Übelkeit stieg in ihm auf, als er seine Finger betrachtete und das Blut darauf sah. Großer Gott, was war hier passiert?
    Auf unsicheren Beinen ging Damon um das Bett herum und blickte auf Bella herunter. Seine Finger zitterten, als er ihre Schulter berührte. »Bella?« Er bekam keine Antwort, aber er hatte auch keine erwartet. Vorsichtig rollte er Bella auf den Rücken und schob ihr das Haar aus dem Gesicht. Mit weit geöffneten Augen blickte sie ihn vorwurfsvoll an. Instinktiv zuckte Damon zurück. Bella war tot! Ein kleines rundes Loch prangte auf ihrer Stirn. Ihr Mund stand offen, als hätte sie im Moment ihres Todes geschrien. Damons Magen hob sich, doch er kämpfte die Übelkeit zurück. Woher kam das ganze Blut? Oder war er selbst auch verletzt? Doch er konnte keine Wunden an sich erkennen, obwohl er Blutflecken auf seiner Kleidung und Haut hatte.
    Die Ursache dafür entdeckte er erst, als er die Bettdecke anhob. Bella trug ein elegantes Kleid, als hätte sie vorgehabt, noch auszugehen. In ihrer Brust klaffte ein weiteres Loch, und die Wunde schien stark geblutet zu haben. Eine Pistole mit
Schalldämpfer lag neben Bella, auch sie war voller Blut. Damon schluckte hart und ließ die Bettdecke wieder sinken.
    Derjenige, der ihn niedergeschlagen hatte, musste Bella getötet haben. Außer einem Schuh hatte Damon zwar nichts von seinem Angreifer gesehen, aber er war sich ziemlich sicher, dass es ein Mann gewesen war. Doch wo hatte sich Bella zu dieser Zeit aufgehalten? Als er ins Zimmer gekommen war, hatte sie nicht im Bett gelegen. Dort hätte er sie ganz sicher nicht übersehen. Also konnte sie nur im Badezimmer gewesen sein. Hätte er sie retten können, wenn er dort hineingegangen wäre? Damon rieb sich über den schmerzenden Kopf. Derzeit war er in nicht in der Verfassung, über so etwas nachzudenken, außerdem musste er unbedingt die Polizei rufen. Je frischer die Spuren bei deren Eintreffen waren, desto schneller konnte der Täter ermittelt werden.
    Schwankend ging Damon ins Wohnzimmer und rief über Bellas Festnetzanschluss in der Notrufzentrale an. Als er nach seinem Namen gefragt wurde, ging ihm auf, dass man ihn für einen Verdächtigen halten könnte. Er war während der Tat vor Ort gewesen, und er konnte nicht erklären, was genau passiert war. Außerdem klebte Bellas Blut an seinem Körper und seiner Kleidung, einen besseren Beweis für seine Schuld konnte er gar nicht liefern. Deshalb legte er schnell auf, lief ins Bad zurück, so schnell seine wackligen Beine es zuließen, und betrachtete sich im Spiegel.

    Seine Augen waren blutunterlaufen, seine Haut wirkte blass – zumindest dort, wo sie nicht durch Bellas Blut rot gefärbt war. Mit dem Arm drehte Damon den Wasserhahn auf und wusch sich das Blut von Händen und Gesicht. Als er das Wasser wieder abdrehte, zitterte er am ganzen Körper. Er verwendete Toilettenpapier, um sich abzutrocknen, und spülte es anschließend im WC hinunter. Dann zwang er sich, zurück ins Schlafzimmer zu gehen.
    Direkt neben Bellas Bett blieb er stehen und blickte auf sie hinunter. Trauer verstärkte den Druck, der auf seiner Brust lastete. Er konnte sich nicht vorstellen, nie wieder ihr ansteckendes Lachen zu hören, ihr strahlendes Lächeln zu sehen, das sie nur denen schenkte, die sie wirklich mochte. Damon wollte sich zu ihr hinabbeugen und ihr über die Wange streichen, doch im letzten Moment erinnerte er sich daran, dass er damit nur weitere Spuren hinterlassen würde. Das Gefühl der Wut und Hilflosigkeit, das ihn seit dem Aufwachen begleitete, verstärkte sich noch.
    Es schnürte ihm die Kehle zu, und er brachte nur noch ein raues Flüstern heraus. »Es tut mir leid, Bella. Leb wohl.«
    Nach einem letzten Blick drehte Damon sich um und ging auf die Tür zum Wohnzimmer zu. Doch gerade, als er den Raum betreten wollte, erklang ein lautes Krachen, und schwer bewaffnete Polizisten stürmten das Apartment. Als sie ihn sahen, richteten sie sämtliche Waffen auf ihn, und jemand schrie, dass er die Hände heben und sich auf den Boden legen solle. Wie betäubt tat Damon, was ihm befohlen wurde. Einer der Polizisten stemmte ihm das Knie in den Rücken und bog ihm brutal die Arme nach hinten. Vor Schmerz schrie Damon auf.
    »Ich habe den Mord gemeldet! Bella war schon tot, als ich sie gefunden habe!«
    Doch niemand schien sich für seine Beteuerungen zu interessieren. Wenig sanft wurde er hochgerissen und aus der Wohnung geführt. Als Damon das Chaos vor dem Haus sah – Polizeiwagen, Krankenwagen, Presse und neugierige Nachbarn –, wurde ihm schmerzlich bewusst, wie prekär seine Lage war: Selbst wenn es ihm gelingen sollte, seine Unschuld zu beweisen – von nun an würde sein Name immer in Zusammenhang mit dem Mord an Bella stehen. Für den Rest seines Lebens.


Wer wissen möchte, wie es mit Damon weitergeht, kann seit 1. Oktober in 'Crossroads - Ohne Ausweg' weiterlesen!

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